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Vortrag: Der Mönch, der Dichter, der Bürokrat und der Anarchist: Vegetarischer Diskurs im China der Republikzeit

2 April – 16:00 – 18:00
Ort: KWZ. 0.606
Vortrag (Hybrid): Prof. John Kieschnick (Stanford University)
Wer online teilnehmen möchte, kann sich gerne unter qinqin.peng@uni-goettingen.de melden.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren führende Mönche bestrebt, neue Entwicklungen für die Förderung des Vegetarismus im chinesischen Buddhismus zu nutzen. Der prominente Mönch Yinguang (1862–1940) verfasste Essays, in denen er für vegane Seife und – etwas überraschend – für Glutamat warb. Andere setzten sich für die neuen vegetarischen Restaurants in den Städten ein. Neben der Anwendung traditioneller Lehren in etablierter Weise adaptierten Buddhisten auch die Karma-Lehre für die moderne Zeit des Nationalismus. Buddhisten waren jedoch nicht die einzigen Verfechter des Vegetarismus im China der Republikzeit. In diesem Vortrag stelle ich den buddhistischen Vegetarismus-Aktivismus in den Kontext des lebhaften Diskurses über Politik, Kultur und Gesundheit im frühen zwanzigsten Jahrhundert anhand von vier Persönlichkeiten: Yinguang, Lü Bicheng 呂碧城 (1883–1943), Huang Yanpei 黃炎培 (1878–1965) und Li Shizeng 李石曾 (1881–1973), die jeweils unterschiedliche Motivationen für die Förderung des Vegetarismus und unterschiedliche Beziehungen zum Buddhismus hatten.