- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Vortrag: Prof. Dr. Chen Jidong: Die Entstehung des chinesischen buddhistischen Sektierertums: Im Mittelpunkt die Konzepte von Zong und Jiao

1 Juli – 16:00 – 18:00
Der chinesische Buddhismus wird heute häufig anhand von Sektenkategorien wie Tiantai, Huayan, Faxiang und Reines Land beschrieben. Dieses „schulbasierte“ (zong 宗) System war jedoch nicht immer dominant, sondern entwickelte sich allmählich.
Anhand von Texten wie dem Shimen Zhengtong, dem Fozu Tongji, dem Shijiao Sanzijing, dem Bazong Erxing und dem Shizong Lüeshuo zeichnet dieser Vortrag die Entwicklung der Konzepte von zong (Schule/Linie) und jiao (Lehre) in der Geschichte des chinesischen Buddhismus nach. Er zeigt, dass ab der Song- und Yuan-Dynastie jiao häufiger zur Klassifizierung buddhistischer Lehren verwendet wurde, während zong erst ab der späten Ming- und frühen Qing-Dynastie zur primären Kategorie wurde. Der Vortrag beleuchtet die Modernisierung des buddhistischen Sektenwesens in der späten Qing- und frühen Republikzeit, als Gelehrte und Reformer wie Hesheli Rushan, Yang Wenhui, Liang Qichao und Taixu einflussreiche Modelle der „Acht“, „Zehn“, „Dreizehn“ und „Acht Mahāyāna“-Schulen vorschlugen. Er untersucht zudem die Rolle der japanischen buddhistischen Gelehrsamkeit bei der Ausgestaltung dieser modernen Klassifizierungen. Der Vortrag argumentiert, dass das bekannte System der „Schulen“ im chinesischen Buddhismus keine alte, ununterbrochene Tradition darstellt, sondern ein modernes Konstrukt ist, das durch intellektuellen Austausch und historische Entwicklungen entstanden ist. Reorganisation.